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neubau kongresszentrum cali, kolumbien

für diese veranstaltungsstätte erstellte jle im auftrag der deutsch-kolumbianischen industrie- und auslandshandelskammer (ahk) ( http://www.ahk-colombia.com/de ) in bogotá zunächst eine machbarkeitsstudie (study of feasibility) für die handelskammer (ccc) ( http://www.ccc.org.co ) der stadt cali zur realisierung des aktuell grössten veranstaltungszentrums in kolumbien und im lateinamerikanischem pazifikraum.

jle legte anschliessend, als standortbestimmer aus 21 verschiedenen grundstücken den geeigneten standort für den komplex „centro de eventos de valle del pacífico“ (cevp) (http://www.cevp.com.co/index.html) fest. schliesslich erstellte jle das funktionale und architektonische gesamtkonzept des komplexes, erstellte die wettbewerbsunterlagen, sowie das komplette raumprogramm für das projekt. wir erstellten intergationsplanung, funktionsschemata und beaufsichtigten die kontrolle der ausführungsplanung, baubegleitung, sowie budgetierung und das nutzungskonzept.

das convention centre (Kongresszentrum) bietet mehr als 14.000 menschen platz bei höchst variabler nutzung. entgegen staatlich subventionierter zentren, steht hierbei konzeptionell die freie marktwirtschaftliche rentabilität im mittelpunkt unter berücksichtigung eines höchst differenzierten benutzerprofils.  jle ist seitdem als berater tätig.

 

Einführung

Dieser Bericht beschränkt sich auf die Aspekte architektonischer Interpretation. Hierbei soll Projekt bezogen die Frage erörtert werden, welches Raumprogramm auf welchem Grundstück und unter welchen Gesichtspunkten am ehesten geeignet ist. Für den Standort und den  baulichen Umfang eines zukünftigen Betriebes des Veranstaltungszentrums „Centro de Eventos de Cali“ sind dazu alle Studien, Untersuchungen und Befragungen, die im Vorfeld getätigt wurden unbedingt notwendig. Nur durch erschöpfendes Zusammentragen aller erdenklichen Informationen, stellt sich die Bauaufgabe folgerichtig dar.

Zu diesem Zweck sind alle Ergebnisse aus field und desk researches zu sammeln und zu reflektieren. Die Fragen nach Nutzung, Funktion und Benutzerprofil des Bauvorhabens muss letztendlich eindeutig definiert sein. Anschliessend sollte unbedingt kritisch hinterfragt werden, welche der ermittelten Informationen zur Lösung der Bauaufgabe wirklich beitragen. Welche Erhebungen zur Situation Cali sind wirklich verwertbar.

Es ist hilfreich allgemeine Schwächen aus dem Projektmanagement zu betrachten und diese, modifiziert, als Leitfaden einer solchen Analyse zu Grunde zu legen. Projektrelevant sind auszugsweise Mängel hier angeführt.

Zum einen wird die Ist-Situation unzureichend analysiert. Ausgangspunkt des Bauvorhabens ist die Änderung des Bestehenden. Wünsche verdichten sich zu Zielen. Die Wurzel des Projektes ist die Kombination der festgestellten Ausgangssituation mit den Wünschen für die Zukunft. Wird die Ist-Situation ungenügend analysiert, geht die gesamte weitere Projektrealisierung unter Umständen von falschen Vorraussetzungen aus. Im aktuellen Bauvorhaben kann dies die fehlerhafte Einschätzung des Baubestandes und der zukünftigen Bedarfsentwicklung sein. Konkret bedeutet dies die Annahme von zu hohem oder zu geringem Raumbedarf als Ausgangspunkt für den oder die Neubau(ten).

Zum anderen ist die Zieldefinition unpräzise. Ziele bilden den Maßstab, an denen später der Projekterfolg gemessen wird. Um sich als Maßstab zu eignen, müssen sie ausreichend präzise definiert werden. Konkurrierende Ziele müssen gegeneinander abgewogen werden, z.B. Ausstattungsstandard, Termine und Kosten. Selbst wenn der Bauherr bei diesem Projekt seinen Bedarf an Nutzflächen (NF) schlüssig formulieren kann, ist deren Umsetzung in Baumassen oft unzureichend definiert. Der Kostenrahmen bleibt von Wunschvorstellungen bestimmt, die Wünsche wachsen mit Fortschritt des Vorhabens. Ziele müssen klar, die Ergebnisse müssen messbar und die Vorgaben zur Durchführung erfüllbar sein. Im Fortschritt des Vorhabens sollten sie nur dann geändert werden, wenn hierzu zwingende Notwendigkeit besteht.

Schliesslich werden mögliche Alternativen nicht erwogen. Es werden so genannte „Lieblingslösungen“ verfolgt, alte Denkmuster und Erfahrungen werden ungeprüft übernommen. Dabei ist es gerade Aufgabe des Projektmanagements, Lösungsalternativen zu finden und abzuwägen. Die Alternativen sollen objektiv bewertet und ausgewählt werden. Risiken sind zu definieren und entsprechend zu messen. Zu berücksichtigen ist – neben Abwicklungsalternativen und technischen Alternativen – letztlich auch die Alternative der Projektaufgabe.

Unter der Berücksichtigung der o. g. Schwächen sind die vorliegenden Informationen demoskopisch zu betrachten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, bleibt fraglich, ob alle quantitativen und qualitativen Szenarien durchgespielt werden können, die eine möglichst genaue Definition bilden, die den Zielen für das anstehende Projekt entsprechen.

Grundlagen

Als Grundlagen des Berichtes dienen erste Auswertungen dokumentierter Statistiken und politischer, soziologischer Analysen aus Befragungen und gezielten Gesprächen, die im Vorfeld vor Ort seitens der CA Business Group Ltda. getätigt wurden. Sie dienten dem Zweck, den Rahmen der Vielzahl der Nutzungsweisen, Ansprüchen an Funktion und Inhalt eines Veranstaltungszentrums in Cali zu limitieren. Damit wurde erreicht, die Vielzahl der möglicherweise in Frage kommender Grundstücke einzugrenzen. Die Kriterien, nach denen diese im Vorfeld ausgewählt wurden, sind nicht Gegenstand dieses Berichtes. (Es entzieht sich meiner Kenntnis, welche nicht besichtigten Grundstücke eventuell den Anforderungen eher oder zumindest gleichbedeutend entsprächen, aber keine Berücksichtigung fanden. Dies könnte jedoch nach Ratifizierung der Zieldefinition zum Projekt des Centro de Eventos de Cali von Bedeutung sein.)

Im Anschluss daran wurden, im Rahmen meiner Tätigkeit für die CA Business Group Ltda., in Bogotá und in Cali vom 14.04.2002 bis 27.04.2002, bei erneuten Befragungen, Gesprächen und Ortsterminen in Cali weitere Erkenntnisse gewonnen (siehe Anlage 01).

Bei persönlichen Gesprächen mit Mitgliedern der Gruppe der Auftraggeber, möglicher zukünftiger Nutzer und Präsentationen, der ihrerseits getätigten Untersuchungen und Vorstellungen, wurden die näheren Umstände eines solchen Projektes beleuchtet und erste Einblicke in die lokalen Besonderheiten und Standortfaktoren der Stadt gegeben. Dabei sind Grundstücke vorgestellt und erste Nutzungskonzepte demonstriert worden. Es bestehen also schon seit längeren Konzepten und Bestrebungen zur Realisierung einer Art von Veranstaltungsstätte in Cali. Diese vorgestellten Konzepte, Grundstücke und Bausubstanzen sind bei weiteren Ortsterminen erläutert und besichtigt worden. Gerade diese Konzepte und deren Quellen gilt es kritisch zu hinterfragen. Sie müssen analysiert und, fiktiven Szenarien unterzogen, entsprechend standhalten.

So wurden letztlich 17 Grundstücke präsentiert, die sich über den gesamten Stadtraum verteilen. Diese sind unter der Prämisse der Vor- und Nachteile einer angedachten Nutzungs- und Funktionsprofile, die in einer Zieldefinition erklärt werden, zu untersuchen.

Entscheidend für die Ergebnisse sind demnach die Resultate und Zieldefinitionen, die durch den Bericht des Experten für Nutzung von Veranstaltungsstätten, Herrn Gabor Szász, mit formuliert werden. In seiner Funktion ist ein Nutzungsprofil für das Projekt umschrieben, dem alle Quellen aus Veranstaltungsformen, Funktionsansprüchen, Nutzerprofilen und lokaler Besonderheiten zu Grunde liegen.

  1. ANFORDERUNGEN AN DAS “ CENTRO DE EVENTOS DE CALI „ (Kongresszentrum)

Die Definition der Ziele leitet sich her, zum einem:

Zum zweiten definieren sich die Ziele aus den Aspekten des Facility Managements. Die architektonische Umsetzung verbindet dabei idealerweise zwei Arten.

und schliesslich Bereiche, die sowohl betriebswirtschaftlich als auch technisch zu behandeln sind:

Nicht zu vernachlässigen ist eine administrative Betriebsstruktur verbunden mit einer Abgleichung von Veranstaltungsprogrammen. Betriebswirtschaftlich rentabel ist das Centro de Eventos nur durch optimale Ausschöpfung aller Ressourcen, die sich folgend zusammenfassen:

Leitsatz:

Es muss eine architektonische und organisatorische Beziehung zwischen Investor, Betreiber und Nutzer gebildet werden.

Es erscheint sinnvoll ein Gebäudeprofil zu entwickeln, dass, nach allen vorliegenden Informationen bzgl. Funktion und Nutzung, alle Möglichkeiten verschiedenster Veranstaltungsarten in sich vereinigt. Dazu kommen die Ergebnisse des Berichtes des Experten Gabor Szász zu möglichen Veranstaltungsprogrammen im Centro de Eventos. Daraus resultieren Funktionsweisen des Zentrums im Allgemeinen, wie auch im Besonderen, auf den Standort Cali zugeschnittene Nutzungsmuster.

Diese Funktionsweisen und Nutzungsmuster lassen sich zu vier Gruppen zusammenfassen und quantitativ in Beziehung setzen.

Das Gebäudeprofil vereinigt optimalerweise alle unterschiedlichen Nutzungen und Funktionen zu einer komplexen Veranstaltungsstätte (nach G. Szász). Untersucht man die zu erwartenden Benutzerzahlen und Benutzerprofile der vier Veranstaltungsgruppen, so fallen wirtschaftliche, gewerbliche und kulturelle Veranstaltungen durch eine vergleichsweise hohe Nutzungsintensität auf. Sportliche und gesellschaftliche Veranstaltungen sind demnach als architektonische Indikatoren zu Volumen und Ausstattung von minderer Bedeutung.

1.1.2    Kosten

Eine der Projektzielsetzungen sind meist minimale Kosten für deren Realisierung, bei der vorgenannten Definition also Minimierung der Investitionskosten. Bei einem Investitionsprojekt wie diesem ist häufig das Ende eines Projektes mit der Abnahme bzw. Übergabe definiert.

Im Beispiel Centro de Eventos de Cali erweist sich eine solche Definition als unzureichend. Eine gesamtheitliche Betrachtungsweise ist gefordert, beispielsweise die Minimierung der Investitionskosten und Minimierung späterer Betriebskosten. Im Projektmanagement spricht man von einem Lebenszyklus eines Projektes. Hierzu werden Life-Cycle-Konzepte definiert, die neben Erstellungskosten auch Betriebskosten, Unterhaltungskosten, sowie Kosten bei späteren Änderungen beleuchten. Eine nicht zu vernachlässigende Frage nach der Nachnutzung wird immer bedeutsamer.

Eine Eventarchitektur, die in ihrer Nutzung flexibel konzipiert ist, kann auf Markentwicklung leicht durch minderaufwendige Umbauten reagieren. Teueren Umbaumaßnahmen, oder gar einen völligen Abbruch der Immobilie kann so schon bei der Erstellung entgegengewirkt werden.

Der Anspruch, der sich daraus an das Centro den Eventos de Cali ergibt, sind eine Minimierung der Erstellungskosten einer strukturierter Entwurfsplanung in Hinblick auf Life-Cycle-Konzepte mit einer optimierten Auslastung der Räumlichkeiten durch eine ausgeklügelte Veranstaltungsstruktur. Dabei sind Unterhaltungs- und Betriebskosten niedrig zu halten.

1.2       Zielfindung:

Die Veranstaltungsstätte, in ihrem eigentlichen Wesen, kommt der Idee des Markplatzes sehr nahe. Betrachtet man die Funktionsvielfältigkeit eines solchen Ortes, so entspricht er marktwirtschaftlichem Interesse ebenso, als dass er ein Forum für private und öffentliche Belange bietet. Viel versprechend ist dabei die Untersuchung der Benutzerprofile. Die Akteure, die einen solchen Ort auf ganz unterschiedliche Art und Weise in Anspruch nehmen. Beleuchtet man also das sehr weit gefächerte Benutzerprofil mit seinen sehr weit auseinanderklaffenden sozioökonomischen Strukturen, bildet die Veranstaltungsstätte, in Form eines Markplatzes, den grössten gemeinsamen Nenner. Das Einzugsgebiet dehnt sich über das Umland des Vall de Cauca aus. So wird sie allen Benutzern gerecht und keine Bevölkerungsgruppe fühlt sich ausgegrenzt.

Der daraus resultierende Optimalfall ist, dass ein Centro de Eventos de Cali alles bietet und auch den weit gereisten Besucher zeitlich bindet. Gleich der Philosophie eines Einkaufszentrums „Mall“, wie beispielsweise „Chipichape“, folgt der Besucher einer Veranstaltung zur anderen. Synergieeffekte sind dabei essenziell. Der Überlagerung an Kontakträumen kommt eine hohe Bedeutung zu. Einem Kinobesuch folgt darauf fast immer der Besuch der Gastronomie. Benutzerverhalten müssen analysiert und auf Inhalte und räumliche Zusammensetzung der Versammlungsstätte umgelegt werden.

1.2.1    Benutzerprofil:

Ziel des Projektes sollte es sein, alle Art und Weisen möglicher Nutzung (beschrieben in Abs. 1.1) realisierbar zu machen und zu vereinen, bestenfalls allen Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen, damit keinerlei Ressentiments gegenüber einzelnen Bevölkerungsgruppen entstehen.

Betrachtet man den marktwirtschaftlichen Nutzen des Projektes mit dem Hintergrund des folglich zu erwartenden Benutzerprofils, so fällt unweigerlich auf, dass sich nur einem kleineren Teil der Gesamtbevölkerung dieser Nutzen erschliesst. Die kommerziell stimulierte Käuferschaft, die durch Instrumente, wie Messen, Kongresse und Ausstellungen dazu ermuntert wird, das Centro de Eventos (Kongresszentrum) als Plattform ihres eigenen Konsumverhaltens anzunehmen, interpretiert dies nur dann so, wenn die sozioökonomischen Faktoren eindeutig ablesbar sind; ihnen, ihrem Stand entsprechend, unbeeinträchtigt von anderen Bevölkerungsgruppen, bei weiteren gleichzeitig stattfindenden Veranstaltungen, Zugang gewehrt wird. Beispielhaft seien hier Seminare, Kongresse, Schönheitsveranstaltungen und Modeschauen genannt.

Dies ist ein Dilemma für die wirtschaftliche Rentabilität einer Veranstaltungsstätte, denn diese Veranstaltungen werden eher sporadisch realisiert und werden zudem zu 80 % von Auswertigen besucht.  Stellt doch die Gruppe derer, von denen man sich gerne abgrenzt und die ein solches Projekt kulturell und sportlich genutzt sehen wollen, also primer unkommerziell, einen weitaus grösseren Teil der Bevölkerung dar. Die Majorität nutzt diese Veranstaltungsstätte als Forum für Zeitvertreib und Entspannung (nach G. Szász; wie Tanzveranstaltung und kleinere Musikkonzerte), also quantitativ einen viel höheren Prozentsatz an Auslastung und Frequentierung der gestellten Räumlichkeiten. Es gilt demnach, Qualität und Quantität der Veranstaltungsarten gegeneinander in architektonische und organisatorische Beziehung zu setzen und abzugleichen.

Obwohl in Latein-, Mittel- und Südamerika ethnische, wie auch sozial separatistische, Verhaltensmuster gegenwärtig sind, ist eine volkswirtschaftlich rentable Nutzung des Centro de Eventos de Cali (Kongresszentrum) nur unter der Einbeziehung aller Bevölkerungsstrukturen letztlich als profitabel anzusehen. Die Ambivalenz separater Besucherströme und doch auch gemeinsam genutzte Räumlichkeiten.

Dazu kommt, dass dennoch Bereiche des Kongresszentrums auch gemeinsam genutzt werden sollen. So bilden Ausstellungsflächen und Messen eine gemeinsame Plattform für Veranstaltungen nicht kommerziellen Ursprungs, bei denen allein die Präsentation im Mittelpunkt steht. Dabei vermischen sich idealer Weise alle Benutzerprofile und es verschmelzen Darstellung und Repräsentation nichtprofitabler, soziokultureller Strukturen miteinander. Eine Autoschau ist nicht immer gleich eine Verkaufsausstellung.

Interessanterweise löst man parallel anderenorts ähnliche Konstellationen mittels des zeitlichen Ablaufes einer Veranstaltung. So gibt man dem Handel und seinem Fachpublikum die Möglichkeit die Produkte des Marktes während einer Messe erst ungestört in Augenschein zu nehmen, um anschliessend die Produktneuheiten der breiten Bevölkerung zwei oder drei Tage später zugänglich zu machen. Demnach existiert das Moment der Integration gleichbedeutend dem Wunsch nach Separation. Um beiden gerecht zu werden, sind organisatorische Anstrengungen gefragt, die architektonisch in richtige Bahnen gelenkt werden sollten.

1.3       Struktur der Veranstaltungsstätte

( XI. Überlegungen zu Raumkonzepten für ein Centro de Eventos in Cali )

Die Vielzahl an Veranstaltungsmöglichkeiten bringt unweigerlich die Frage nach der technischen Realisierbarkeit und architektonischer Umsetzbarkeit einer solchen Veranstaltungsstätte mit sich. Ein Höchstmass an Flexibilität in Raum und Zeit. Parallel stattfindende Veranstaltungen organisiert auf engstem Raum. Logistik und Funktionalität sind organisatorische Anforderungen, die es architektonisch umzusetzen gilt. Gleichzeit muss der Veranstaltungskomplex dem Anspruch nach Flexibilität Rechnung tragen.

Flexible Nutzung bedeutet flexible Einrichtungen. Neben logistischen Einrichtungen sind technische Einrichtungen gefordert. Es werden Ansprüche an akustische Ausstattung und Installationen gestellt. Unterschiedliche Beleuchtungsformen für unterschiedliche Veranstaltungsformate.

Es ist der Umfang des technischen Aufwandes zu hinterfragen. Nicht jede Veranstaltung sollte auf eine umfassende, hauseigene technische Einrichtung zurückgreifen dürfen. Teuere Anschaffungen sollten vermieden werden. Spezielle Technische Einrichtungen, die in der Unterhaltung kostenintensiv sind und zudem auch nicht in täglichem Gebrauch, sprengen leicht Kostenrahmen und sind daher unwirtschaftlich. Sie belasten Gesamtkalkulationen des Betriebes.

Interessanterweise erscheint die schon vieler Orts praktizierte Variante des Mietens erstrebenswert. So verfügen viele Theater, Messenbau und Stadthallen in Cali nicht einmal über eine Grundausstattung an Soundsystemen oder spezielle Lichtspots. Die Veranstalter bringen demzufolge ihre Technik zu ihren Veranstaltungen selbst mit.

Gleichermaßen können solche Verfahren instrumentalisiert werden. Man strebt einen gemeinsamen technischen Pool an. Technische Ausrüstung spezifischer Art zentral gelagert, von und für alle Räumlichkeiten der Veranstaltungsstätte zugreifbar. Einen allgemeinen technischen Standard, der mittels zentraler Spezialtechnik ergänzt wird. Eine Variante, die letztlich nur dann profitabel wird, wenn viele verschiedene Veranstaltungen auf weitgehend engem Umfeld stattfinden.

1.3.1    Umfeldbedingungen als Standortfaktoren und Infrastruktur

Der richtige Standort der Veranstaltungsstätte ist sehr gewissenhaft zu analysieren. Dabei sind sehr unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen. Neben sozialen, politischen und wirtschaftlichen Indikatoren, die hier nicht näher erläutert werden, sind geografische und infrastrukturelle Indikatoren ausschlaggebend.

projekt: 0203 
grösse: 95.000 m2
grundfläche: 78.000 – 100.000 m2
karte:cali, kolumbien
kunde: industrie und handelskammer cali (ccc) und ahk kolumbien
ort: cali, yumbo kolumbien
typ: kommerziell, kulturell
team wettbewerb: motta rodríguez
verantwortliche architekten konzept, raumprogramm: jle